Ortswechsel

Ich hab hier länger nicht geblogged, da das Leben manchmal andere Pläne hat als ich.

Leider hab ich die Rettungsassistentenausbildung vorübergehend auf Eis legen müssen.

Grund: mein Geldbeutel will nicht so wie ich.

Und dann dachte ich halt, bevor ich kurz vor dem Examen aufhören muss, höre ich gleich auf und jobbe vorerst in der Pflege. Damit bleib ich immerhin meinem Bereich treu.

Und ehrenamtlich bin und bleib ich ja sowieso Sanitäter. Werde auch hin und wieder eine Schicht als Dritte mitfahren. Hilft ja nichts.

Life (and blog) goes on ❤

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# Rückblick: der erste Zugang meines Lebens

Ich bin jetzt nicht der Typ, der Angst vor Spritzen hat oder dem da schlecht wird. Weder bei mir selbst, noch wenn ich seh, dass es bei anderen gemacht wird. Gut, ich finds nicht schön. Aber was muss, muss.

und als ich hörte, dass wir an Tag x endlich Zugänge würden legen dürfen, hab ich mich total gefreut.

Schließlich hatte das für mich fast so eine Bedeutung wie wenn eine Mama zu ihrem Kind sagt: „Du darfst das und das, weil du jetzt schon sooo groß bist.“

So was wie erwachsen werden quasi.

An besagtem Tag versammelte sich meine sehr große Klasse um zwei Gummi“häute“, die nicht funktionierten und nach ein bisschen allgemeinem Blabla und dem Üblichen, wie groß welche Nadel ist und welche Farbe usw, zeigte es der Lehrer an einem Schüler, der sich freiwillig zur Verfügung stellte und kurz drauf fiel hinten in der Ecke eine Mitschülerin in Ohnmacht.

Auch in meinen Ohren dröhnte es ein wenig, das konnte jedoch auch an den zu vielen Menschen auf zu wenig Raum in zu grellem Licht liegen. Oder einfach an der Tatsache, dass der Lehrer wortwörtlich in dem Schüler rumstocherte (auch so ein Ding, über das man am besten niemals genauer nachdenken sollte)

Umgefallen bin ich aber nicht und werde ich auch nicht, zumindest nicht deshalb (wie es beim angekündigten Sezieren tierischer Organe aussieht, kann ich dann heute noch nicht sagen :-D)

Irgendwann durften wir dann selbst ran und nachdem ich erfolgreich eine Nadel in eine der kaputten Gummi“häute“ schob (an dieser Stelle bitte ich um tosenden Beifall), packte mich Neugier und Eifer und ich fand kurz darauf einen Mitschüler, der sich sogleich und tapfer zur Verfügung stellte (er hatte drei Tage lang einen blauen Fleck. Aber es tat ihm nicht weh. Und er hat nicht geweint und war nicht böse auf mich.)

Zur Sicherheit und weil ich ein eher unsicherer Mensch bin, holte ich mir den Lehrer dazu, der mich anfeuerte.

Letztendlich traf ich die Vene – und kam hinten wieder raus.

Durchgestochen. Verdammt.

Aber das war Versuch Nummer 1.

Und Übung macht ja bekanntlich den Meister.

An alle zukünftigen Patienten: keine Angst, ich bestell mir demnächst ein paar Nadeln und ein paar Freiwillige und wenn ich dann eines Tages zu euch kommen sollte, dann werde ich es können. Versprochen!

PS: und überhaupt gehört das Legen eines i.v. oder i.o.-Zugangs zu den Sachen, die medizinisch manchmal einfach notwendig sind. Und über die man besser nicht mehr als nötig nachdenken sollte. Weil jedes Zögern und zaghaftes/zimperliches Arbeiten die durch das Injizieren ggf. entstehenden Schmerzen nur noch stärker macht!

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# Wer bin ich, was will ich und wenn ja, warum?

Mission: Kekse essen. Die Welt retten.

Name: verrat ich nicht.

Alter: 21, also erwachsen

Traumberuf: Kinderärztin oder Kinderkrankenschwester in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder ich bleib für immer im Rettungsdienst (was ich aber heute noch nicht sagen kann)

aktuelle Tätigkeit: Ausbildung zur Rettungsassistentin an einer Schule in Deutschland

persönliche Stärken: Fähigkeit zur Selbstreflexion, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, schnelle Auffassungsgabe, Kreaivität, Empathie, Zähheit, Kontaktfreudigkeit, ich kenne meine Schwachpunkte

persönliche Schwächen: Perfektionismus, will immer jedem alles recht machen, großes Harmoniebedürfnis, lasse mich manchmal noch zu schnell verunsichern, will zuviel auf einmal, bin nicht gern alleine

warum wirst du Rettungsassistentin?

Also, ob das klappt mit dem Werden, das kann ich heute unmöglich sagen. Zwischen der Berufsbezeichnung und mir liegen noch Lichtjahre Monate des sturen Paukens, zwei Praktika, die es in sich haben werden, zwei Führerscheine (darf bis jetzt nur Fahrrad fahren), ein mehrtägiges Staatsexamen und ein Anerkennungsjahr inklusive Abschlussgespräch.

Und DANN kann man mich fragen, warum ich es bin.

Wobei ich die Gründe, die mich in diese Schule getrieben haben, natürlich heute schon benennen kann.

Spaß gemacht hat mir das „als Dritte auf dem Rettungswagen mitfahren“ schon immer. Das erste Mal war 2012.

Mein absolutes „Aha-Erlebnis“ hatte ich allerdings im Mai dieses Jahres, als ich in der ersten Nachtschicht meines Lebens mein erstes EKG (nur Einthoven-Ableitung, aber immerhin) kleben und mein erstes Medikament aufziehen und mich dabei total in den Finger schneiden 😛 durfte. Mich überkam ein Glücksgefühl, das mir heute noch eine Gänsehaut verursacht…es war, als sei ich angekommen. Da. Richtig. Am richtigen Ort. Da, wo ich sein will (warum klingt sowas in Worten ausgedrückt immer nicht halb so schön, wie es sich anfühlt?)

Naja, jedenfalls war es gut.

Trotzdem fiel da mein Entschluss noch nicht. Schon deshalb, weil ich immer dachte, Führerschein sei schon während der schulischen Ausbildung Pflicht. (Ist er aber nicht, deshalb bekomm ich bald noch viel mehr zu tun..hab ja noch nicht genug^^)

Mein Entschluss fiel im August. Nach drei Schichten am Stück, nach drei Tagen fast nur Rettungswachenluft. Ich glaub da hab ich mich angesteckt. Und ich hab dann auch – wie durch ein Wunder – noch einen der knapp bemessenen freien Plätze ergattert, wofür ich nun jeden Monat Geld zahlen darf. Und Wissen bekomm. Viel Wissen. Zu viel Wissen für nichtmal 30 Unterrichtswochen. Zusammengefasst auf knapp 1000 Buchseiten, die ich beim Staatsexamen auswendig können muss,.

..hast du keine Angst vor schwere, dramatischen, blutigen, schrecklichen Ereignissen?

Doch, natürlich. Sehr sogar. Und wenn du jetzt denkst, was ich dann beim Rettungsdienst will, dann sag mir einen Menschen, der vor benannten Dingen keine Angst hat. Eben. Es gibt keinen (und wenn jemand behauptet, ihm mache so etwas nichts aus, dann lügt er entweder, weil er cool sein will oder er ist ein Psychopath und hat keine Gefühle).

NATÜRLICH habe ich Angst. Aber genauso natürlich bin ich kein Mensch, der wegsieht oder wegläuft. Im Gegenteil. Ich war schon immer jemand, der hingehen, helfen, aktiv werden MUSS. Das ist einfach in mir DRIN. Und es wird sich niemals ändern. Deshalb will ich lernen, wie ich das am besten und professionell machen kann. Und wenn es mal ganz schlimm wird, dann gibt es immer noch die Schemata, an die ich mich klammern kann. An die sich auch die großen, erwachsenen, alten Rettungsassistenten manchmal klammern – oder etwa nicht?

Außerdem seh ich nicht den Notfall, ich sehe Maßnahmen, die ich beherrschen lernen kann und werde. Und die dann ein Anker sind in den schlimmen Situationen. Für mich – und vor allem für die Patienten.

..bist du blaulichtgeil?

Definitiv nein. Meine liebsten Patienten sind die, mit denen man noch sprechen kann.

Ich freu mich auch jetzt schon total auf meine allererste Schicht als Beifahrer auf dem Krankenwagen.

Man muss ja „klein“ anfangen. Wobei auch das „kleine“ Auto zu den „großen“ Fällen kommen kann.

Wer weiß das schon.

…was sind deine Alternativwünsche, wenn das mit der Rettungsassistentenausbildung nicht klappt?

Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, medizinischen Fachangestellten, Ergo- oder Physiotherapeutin.

Und wenn ich nach einer Ausbildung das Abi noch machen kann oder irgendwann das Fachabi dafür reichen sollte, dann werd ich Kinderärztin.

…was machst du sonst gern?

Ich liebe Kunst. Kunst. KUNST. Und manchmal Sport 🙂

Ich liebe meine Familie, meine Freunde und meine Meerschweinchen. Und Hunde, auch wenn ich selber keinen habe. Und Bäume und Städte und das Meer.

Ich glaub ich bin schon ein bisschen ein Träumer. Aber so einer mit Boden unter den Füßen.

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# Hallo Welt

…und herzlich willkommen an einem Ort, der mein Blog werden soll.

Hier möchte ich ab sofort über mehr oder weniger lustige, interessante, lehrreiche, unterhaltsame, fröhliche, traurige, nachdenklich stimmende Aspekte aus meiner Ausbildung zur Rettungsassistentin, meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in diesem Bereich und aus meinem Leben allgemein erzählen. Alles, was ich schreibe, habe ich genau so erlebt, allerdings werde ich jeden gegebenfalls vorkommenden Menschen so sehr verändern, dass jegliche vermutete Ähnlichkeit Zufall ist und sich niemand angesprochen fühlen kann..

Über konstruktive Kritik in jeder Form freu ich mich immer.

Viel Spaß 🙂

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